Artikel: Hö.-Nie.: "Es geht um die Existenz"

22.01.2018

Zwei Monate vor der Jahreshauptversammlung der SV Hö.-Nie. schlägt Sponsor Alexander Kehrmann Alarm: Der komplette Vorstand wird aufhören, Nachfolger sind noch nicht gefunden. Kehrmann: "Der Verein ist zu lethargisch". Von Jens Helmus

Die Spielvereinigung Hönnepel-Niedermörmter kämpft in den nächsten Wochen und Monaten ums Überleben. Sportlich einerseits - denn mit elf Punkten aus 17 Spielen ist es für die Landesliga-Mannschaft noch ein schweres Stück Arbeit bis zum Klassenerhalt. Vor allem aber vereinsorganisatorisch müsse dringend was passieren, wie Alexander Kehrmann, Sponsor und ehemaliger erster Vorsitzender des Vereins, unserer Zeitung mitteilte.

"Es geht um die Existenz des Vereins, deswegen ist nun für mich als Sponsor die Zeit gekommen, zu sprechen", sagt Kehrmann. Der komplette Vorstand werde bei der nächsten Hauptversammlung am 16. März nicht mehr zur Wahl antreten. Neu zu besetzen sind daher die Posten des ersten, zweiten und dritten Vorsitzenden, des Geschäftsführers und des Kassierers.

Zwar gebe es mehrere Interessenten, so der Sponsor - persönliche Befindlichkeiten hätten jedoch bisher verhindert, dass sich Nachfolger für die Wahl Mitte März finden. Vor allem beim Posten des ersten Vorsitzenden, den Heinz-Josef Janssen wie ursprünglich geplant nach einer Amtszeit ablegen wird, herrsche dringender Handlungsbedarf. "Wir müssen einen Nachfolger finden, der den Verein führt und wieder mehr Struktur reinbringt", sagt Kehrmann, der den Posten früher selbst bekleidet hatte, ihn jedoch ebenso wie der zweite große Sponsor und Amtsnachfolger Mario van Bebber aus zeitlichen Gründen niederlegen musste.

Mangelnde Kommunikation in der Vereinsführung, ebenfalls mitunter bedingt durch persönliche Befindlichkeiten, sei auch ein Faktor bei der negativen sportlichen Entwicklung der vergangenen Jahre gewesen, sagt Alexander Kehrmann.

"Die mangelhafte interne Kommunikation hat in den letzten drei Jahren zunehmend ins Chaos geführt. Es fehlt an Führung, auch wenn die Verantwortlichen in den letzten Jahren ihr Bestes gegeben haben. Man kann da niemandem einen Vorwurf machen - es ist einfach alles zu lethargisch geworden", so der Sponsor. Sinnbildlich für die Lethargie sei etwa die Internetseite des Vereins, dessen letzte Neuigkeit Anfang November veröffentlicht wurde.

Mit seinem öffentlichen Appell hofft Kehrmann, der Lethargie im Verein zwei Monate vor der Vorstandswahl ein Ende zu bereiten. Finanziell stehe dem sportlichen Wiederaufschwung schließlich nichts im Wege: "Ich bin ungehalten, weil sich nichts bewegt. Die Kohle für den sportlichen Betrieb ist nach wie vor da, das Budget hat sich nicht verändert. Aber wir kriegen es nicht auf die Reihe, einen neuen Vorstand zu finden."

Dass der sportliche Leiter und Cheftrainer Georg Mewes seinen Vertrag über die Saison hinaus verlängern und die erste Mannschaft zurück in die Oberliga führen wird, ist der Wunsch des Sponsoren. Auch die Leistungsträger sollen gehalten, massenweise Zu- und Abgänge wie in den vergangenen Jahren vermieden werden. Zusätzlich müsse man die Reserve nach der zuletzt katastrophalen Entwicklung wieder stabilisieren. Dazu brauche man jedoch einen engagierten Vorstand, der der Spielvereinigung wieder mehr Strukturiertheit und langfristige Planung bietet. "Ich hoffe, dass wir bis Monatsende zumindest einen Nachfolger für das Amt des ersten Vorsitzenden finden. Dann können wir uns zusammensetzen und konkret über die Zukunft sprechen."